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EBM gibt historisches Archiv an Kanton ab

Das historische Archiv der EBM ist nun ein fester Bestandteil des Staatsarchivs Basel-Landschaft. Nachdem der Kulturgüterschutz Altenberg die vielen Dokumente durchforstet, geordnet und verpackt hatte, wurde jetzt das gesamte Material an das Staatsarchiv des Kantons übergeben.

Auf Anfrage der EBM beim Staatsarchiv des Kantons Basel-Landschaft, ob es möglich sei, das historische EBM-Archiv aufzunehmen, stiess man auf reges Interesse, da das Archiv ein wichtiges Zeugnis der Industriegeschichte des Kantons darstellt.

So lag es im gemeinsamen Interesse der EBM und des Kantons, die historisch relevanten Dokumente mittelfristig professionell zu sichern, zu lagern und warten zu können. Und es lag nahe, dafür den Kulturgüterschutz des Zivilschutzes um Hilfe anzugehen. Ausgelöst durch die Unterstützung des Staatsarchivs Basel-Landschaft beim Bezug des Erweiterungsbaus 2007, befasste sich der Kulturgüterschutzzug (KGS) der Oberbaselbieter Zivilschutzkompanie Altenberg in den vergangenen zehn Jahren intensiv mit dem Erhalt von historischen Beständen von Gemeindearchiven. Die Kulturgüterschutzzüge der Zivilschutzkompanien haben die Aufgabe, historisch wertvolle Kulturgüter zu erfassen und Massnahmen zu planen und umzusetzen, welche die Erhaltung dieser historischen Zeugnisse sicherstellen.

So wurden die historischen Archivbestände der EBM vom Kulturgüterschutz der Zivilschutzorganisation Altenberg (ZS-Kp Altenberg) seit 2015 in mehreren Wiederholungskursen aufgearbeitet. In einem ersten Durchgang hatte man 2015 das vorhandene Material durchforstet und grobsortiert. Im Herbst 2016 erfolgte ein zweiter Durchgang, bei dem genauer geordnet, sortiert und katalogisiert wurde.

Viele historisch nicht relevante Dokumente wurden ausgeschieden. Die verbleibenden rund 100 Laufmeter wurden in Bestände aufgeteilt, die voraussichtlich gesamthaft erhalten bleiben und solche, die zur langfristigen Erhaltung einer Volumenreduktion unterzogen werden.

Das Archiv der EBM zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die Geschäftsberichte, als auch die Protokolle und Sitzungsunterlagen von Verwaltung und Direktion über einen Zeitraum von mehr als 120 Jahren lückenlos erhalten sind. Daneben finden sich technischen Zeichnungen, von Hand kolorierte Pläne, Skizzen, Fotografien (auch Glasdias) und Videokassetten. Speziell und einzigartig ist die Korrespondenz im Zusammenhang mit dem EBM-Netzgebiet im Elsass. Rund 500 Bände Sitzungsprotokolle der Delegiertenversammlungen, des Verwaltungsrats und der Direktion wurden in einem elektronischen Verzeichnis erfasst. Die Einsätze wurden auch genutzt, um Kulturgüterschützer aus Münchenstein und aus dem kantonalen KGS-Zug mit der Arbeit mit historischen Archivalien vertraut zu machen.

Aktuell wurde das Projekt  während eines zweiwöchigen Einsatzes des KGS-Altenberg abgeschlossen. Die historischen Bestände wurden ins Staatsarchiv Basel-Landschaft in Liestal transportiert und durch den KGS eingeräumt. Die Verwaltungsratsprotokolle hat man nach der digitalen Erfassung in Bern ebenfalls nach Liestal gebracht und eingelagert.

«Das EBM-Archiv besitzt viele historisch einzigartige, handgeschriebene und kolorierte Originaldokumente», sagte Frank Elmar Linxweiler, Leutnant des Kulturgüterschutzes Altenberg, während der offiziellen Übergabe des Archivs an den Kanton im Beisein von geladenen Gästen aus Behörden, Zivilschutz und EBM CEO Dr. Conrad Ammann. Der kurze, symbolische Akt fand im Firmenareal der EBM in Münchenstein statt.

Bei der EBM sei ein wertvolles Kulturgut über das untere Baselbiet vorhanden, diesen Fundus zu erhalten, sei eine wichtige Aufgabe aller Beteiligter, betonte Staatsarchivarin Regula Nebiker. Dr. Conrad Ammann wiederum zeigte sich erfreut, dass die wertvolle Sammlung einen neuen und sicheren Aufenthaltsort erhalte.