Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bietet die Möglichkeit, vor Ort produ-zierte elektrische Energie in erster Priorität direkt durch die Mieter und/oder Stockwerk- bzw. Grundeigentümer zu nutzen. Wird die Energie nicht über das Netz des örtlichen Verteilnetzbetreibers transportiert, spricht man von Eigenverbrauch. Für die Eigenver-braucher entfallen somit die Kosten für die Netznutzung. Gesetzliche Grundlage dafür ist Art. 17 Energiegesetz (EnG).

Um möglichst viel des produzierten Stroms direkt vor Ort zu verbrauchen, können nicht nur mehrere Endverbraucher im selben Gebäude, sondern auch in angrenzenden Par-zellen einen ZEV bilden, Voraussetzung ist ein gemeinsamer Einspeisepunkt.

Die Organisation, Verwaltung und Abrechnung zwischen Photovoltaik-Produktion und –Verbrauch ist Sache der Gemeinschaft, somit trägt sie auch das Risiko ausstehender Zahlungen von Stromkonsumenten innerhalb der Gemeinschaft.

Lagern Sie Aufwand und Risiko aus!

Damit ein ZEV eingerichtet werden kann, müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  1. Die Energieerzeugungsanlage (Bsp. Photovoltaikanlage) liegt hinter dem gleichen Netzanschluss wie die Verbraucher. Ein Eigenverbrauch liegt dann vor, wenn die vor Ort produzierte elektrische Energie auf dem Weg zum Verbraucher nicht das Verteilnetz der EBM in Anspruch genommen hat (Art. 14 Energieverordnung - EnV).
  2. Die Produktionsleistung der Energieerzeugungsanlage liegt bei mindestens 10 Prozent der Anschlussleistung des Zusammenschlusses (Art. 15 EnV).

Der ZEV tritt gegenüber der Verteilnetzbetreiberin als ein Endkunde auf (Art. 18 EnG). Die Messung der aus dem Verteilnetz bezogenen elektrischen Energie erfolgt bei einem ZEV mit einem Zähler der Verteilnetzbetreiberin EBM Netz AG (Bezugsmessung). Die vom ZEV produzierte und nicht verbrauchte Energie wird in das Verteilnetz eingespeist und ebenfalls über diesen Zähler gemessen. Die Messung und Abrechnung der einzelnen Verbraucher innerhalb des ZEV wie Wohnungen, allgemein Strom etc. liegt in der Verantwortung des ZEV.

Bei der Bildung eines ZEV ist folgendes zu beachten:

  • Beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ist mindestens schriftlich festzuhalten:

    • wer den ZEV gegen aussen vertritt (Ansprechpartner ZEV)
    • die Art und Weise der Messung des Verbrauchs der einzelnen Wohnungen etc., der Verwaltung und Abrechnung
    • das Stromprodukt, welches aus dem Verteilnetz bezogen werden soll, sowie die Modalitäten für einen Wechsel des Produkts.
  • Bei bestehenden Mietverhältnissen können die Mieter die Teilnahme an einem ZEV ablehnen. In solchen Fällen erfolgt die Versorgung mit elektrischer Energie wie bisher direkt durch die EBM Netz AG. Stimmen Mieter einer Teilnahme am ZEV schriftlich zu, können sie die Teilnahme nur dann beenden, wenn
    • sie Anspruch auf Netzzugang (Art. 17 Energiegesetz) haben und diesen für sich geltend machen, oder
    • der Grundeigentümer entweder die Versorgung mit Elektrizität nicht gewährleisten kann, oder die gesetzlichen Vorgaben nicht einhält.
  • Bei Teilnahme von Mietern am ZEV sind die gemäss Art. 16 EnV vorgesehenen Bedingungen für die Abrechnung der verbrauchten elektrischen Energie zu beachten. So darf zum Beispiel für die vor Ort produzierte und verbrauchte elektrische Energie pro Kilowattstunde nicht mehr in Rechnung gestellt werden, als die Kosten des aus dem Verteilnetz bezogenen Stromproduktes pro Kilowattstunde betragen.

Die Grundeigentümer melden der EBM Netz AG die Gründung eines ZEV mindestens drei Monate im Voraus. Bitte teilen Sie uns mit, welche Parteien (Mieter, Pächter, Stockwerk oder Grundeigentümer) teilnehmen, und wer den ZEV gegenüber aussen vertritt.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne unter Telefon 061 415 41 30 oder per E-Mail: zev-netz@ebm.ch

Bei Störungen oder Stromunterbrüchen wählen Sie bitte:

Netzgebiete EBM und Region Olten (AVAG) +41 61 415 41 41